Die Fabel von der Rose und der Schnecke

Mit ihrem schweren Haus auf dem Rücken kroch eine Schnecke mühsam an einer blühenden Rose vorbei. "Du hast's gut!" rief sie der Rose zu. "Du musst einfach nur dastehen, siehst schön aus. Jeder der vorbeikommt freut sich über deinen Duft und dein Aussehen."
"Ach, wie ich dich beneide!" sagte die Rose. "Immer nur stehe ich am gleichen Fleck, und nichts kann ich von der Welt sehen, als nur meinen Garten." klagte die Rose.
"Also geht's uns beiden schlecht," erwiderte die Schnecke. "Ich werde dich jetzt auffressen, wenigstens deine Blätter, damit ich deinen herrlichen Anblick nicht jeden Tag ertragen muss."
Als die Schnecke anfing die Rose zu fressen, kam ein Vogel und schnappte sich die Schnecke, um sie aufzufressen.
"Eine unzufriedene Rose, und eine unvorsichtige Schnecke!" sagte sich der Vogel.
"Auch nicht schlecht, für einen Tag."