Der alte Wald

Ich war im Wald,
Und war ihm doch ferner als je.
Mich trieb die Sehnsucht, die ewig verspottete,
Nach frei sein
Unter die Bäume, die grünen und hohen.
Doch
Sehen konnt ich sie nicht.

Mich selbst hatte ich doch verschlungen
Gebunden, gefesselt an schlechtes Begehren,
Geschlagen ans Kreuz meiner Enge.
Die Kette,
Die ich selber geschmiedet,
Ich konnte sie nicht zerbrechen.
Was war mir der Wald,
Wenn nicht Gefängnis vom Leben.

Doch
Hörte ich nicht
Die Stille des Rauschens der Blätter,
Den Wind nicht
Und auch nicht den Regen am Morgen.
Der Nebel
War Bahrtuch, nicht Leinen,
Das Zwitschern der Vögel nur laut.

Dann endlich
Vertrieb mich das Sehnen
Nach guter Musik.
Auch fehlten im samtenen Moos
Die Wege der Frauen,
Ihr Lachen und Weinen.

Ach alter Wald,
Wie habe ich Dich doch missbraucht!
Jetzt seh ich Dich endlich
Und kann Dich genießen
Zur Neige.