Dämmerung

In den Abend ergießt sich der Tag,
Sucht sich dann in der Nacht zu vollenden,
Um dann als Ganzes, so wie ich ´s mag,
Sich zu erneuern in meinen vier Wänden.

Und was ich sah such ich zu erhalten,
Mit so vielem füll ich Gemüt und Verstand,
Lasse mein störrisches Herz nicht erkalten,
Und ich genieße all das, was ich fand.

Wie viele Wege bin ich schon gegangen,
Ohne den eigenen Reichtum zu sehn!
„Immer noch mehr“ – dieses dumme Verlangen,
Hinderte mich, mich selbst zu verstehn.

Wenn es schon dämmert gewinnen die Lichter
Erst ihre wirkliche, echte Bedeutung.
Ich seh dann die Wärme so vieler Gesichter,
Als gäbe der Abend die nötige Läut`rung.

Wärmer die Lichter, länger die Schatten.
Am Horizont dann, weit in der Ferne,
Seh ich den Mond schon, den weißen, den matten
Und auch die ersten, zögernden Sterne.