Für M.

Unruhig bin ich und kann nicht schlafen,
Du hast mir so vieles zu denken gegeben.
Mich stört es beim Zählen von tausend Schafen:
Du bleibst nur an alten Mustern kleben.

Was Du weist ist tatsächlich unglaublich,
Eine riesige Menge an Fakten,
Doch Du fühlst Dich fürs Leben untauglich,
Denn Du selber stehst nicht in den Akten.

Durch Dein Scheitern willst Du Dich bewerten,
Und verkriecht Dich so in Deinem Leiden,
Hast nur Sehnsucht nach alten Gefährten,
Kannst so keine Misere vermeiden.

Schau doch endlich einmal in den Spiegel,
Und versuch, was zu siehst zu verstehn.
Sieh dann nicht auf die einzelnen Ziegel,
Denn sonst kannst Du die Mauer nicht sehn.

Deine Fehler, die kann ich nicht schätzen,
Doch Dich selber als Ganzes sehr wohl.
Und es kann Dich nicht wirklich verletzen,
Dass ich Dir meinen Blick sagen soll.

Darum hast Du mich gar nicht gebeten,
Doch, mein Lieber, Du bist mir das wert.
In den Hintern will ich nur treten,
Wer mein Interesse erfährt.