Jerusalem

Die kleine Kriegsfibel 64
Blick vom Ölberg aus auf den Felsendom und die Altstadt
Jerusalem, du stolze Stadt,
Du Hort der Religionen,
Du hast die Kriegsgelüste satt,
Willst nur in Frieden wohnen.

Du magst die Mauern, Zäune nicht,
Die dir das Herz zerschneiden,
Und willst als schöne Stadt im Licht
Dich keineswegs verkleiden.

Ob Jude, Moslem oder Christ,
Für dich sind sie willkommen,
Weil du wie alle dreie bist,
Ein Wallfahrtsort der Frommen.

Du bist du selbst, für dich allein,
Man kann dich nicht besitzen,
Denn du wirst stets für alle sein,
Die sich für dich erhitzen.

Du bist nur jenem eine Last,
Der dich noch nie verstanden,
Der Fremdes und das Andre hasst; -
Da bist du nicht vorhanden.

Für mich bleibst du, Jerusalem,
Du Spiegel der Gezeiten,
Mal ruhig, mal laut, oft unbequem,
Kein Ort um drum zu streiten.