Neues erwartend

Fritz Erler, Die ersten Veilchen, 1901
Wenn jetzt ein lauer Frühlingswind
Mir sanft die Seele streichelt,
Und auch schon manche Blüten sind,
Was meinem Auge schmeichelt,
Dann fühl ich mich als Blumenkind
Vergess den Winter ganz geschwind,
Und suche, was ich Neues find.

Das Neue hat mich bald erreicht,
Ich sollte nichts erwarten,
Wie kalt der Wind durchs Städtchen streicht!
Es bleibt nur Nachbars Garten.
Oh nein, ich klau die Blumen nicht,
Ich nehm sie nur ins Angesicht
Und schreib darüber ein Gedicht.