Die Spatzen vom Dach

Eine Art Erntedanklied
Franz Marc, Der tote Spatz, 1905
Es werden wenige begreifen,
Es lässt sich ja auch schwer verstehn,
Was Spatzen von den Dächern pfeifen:
Dass wir an uns zu Grunde gehn.

Wir lernen Raffen, Geiz und Haben,
Von allem gibt es viel zu viel,
Und jene echten Menschengaben
Sind ganz bestimmt nicht unser Ziel.

Wo ist die Wärme, Liebe, Güte,
Die uns doch erst zu Menschen macht?
Und sagt mir nicht, dass ich nur wüte:
In vielen Herzen ist es Nacht.

Vielleicht macht irgendwann die Runde,
Was jeder tief im Innern weiß:
Wir gehn an Überfluss zu Grunde,
Und Armut ist des Reichtums Preis.