An Goethe

Joseph Karl Stieler, Goethe im 80. Lebensjahr, 1828
Nun, du lieber alter Goethe,
Wenn wir dich mal wieder lesen,
Habe ich so meine Nöte,
Denn mich stört dein wirres Wesen.

Soll ich mich denn damit trösten,
Dass du tot bist und vergangen,
Dass wir uns von vielem lösten,
Woran du noch fest gehangen?

Ach, ich weiß es nicht mein Guter;
Das verstaubte hat auch Reize,
Und das Schreiben am Computer
Führt uns nicht zu Neid und Geize.

Doch als Vorbild musst du weichen,
Denn dein Weltbild ist veraltet;
Deine Lust zu allem Reichen
Wird von uns jetzt umgestaltet.