Das Geheimnis des Traumes

Friedrich von Amerling, In Träumen versunken, 1835
Kann ich von den tausend Sternen,
Die des Nachts am Himmel stehn,
All die vielen Namen lernen,
Ehe sie am Tag vergehn?

Ach, ich weiß auch von den Bäumen
Nur so ab und zu ein Wort,
Und sogar in meinen Träumen
Ist ein namensloser Ort.

Aber muss ich alles kennen,
Um mit Lust dabei zu sein? -
Sterne dürft ihr gern benennen,
Doch die Träume bleiben mein.

Wenn die Wolken sie verhüllen,
Manchen Stern, sogar den Baum,
Wird er trotzdem mich erfüllen,
Mein geheimnisvoller Traum.