Schlaraffenland der Seele 1

Wo ist das Traumland meiner Seele? -
Nicht dort, wo ich schon alles habe,
Wo ich mich niemals mühsam quäle,
Wo `s friedlich ist, bis hin zum Grabe.

Dort fällt im Winter blauer Schnee,
Ich höre, wie die Flocken schweben,
So leise ist´s, es tut fast weh;
Wird gute, teure Nahrung geben.

Das was ich werde, was ich will,
Auf keinem Plan ist es zu finden,
Ist manchmal laut, ist manchmal still,
Gemalt im Baum, in seinen Rinden,

Im Reiherflug, der nach Südwesten,
Vielleicht gerichtet nach Nordosten. -
Die Ruhe nach den wilden Festen,
Wo tausend Bilder uns umtosten,

Das alles frisst der blaue Schnee,
Und endlich kann ich meine Spuren,
Weil ich auf keinen andern steh,
Der Zeit entlocken, den Lemuren.

Es ist ein Traumland, ja gewiss,
Ich fühl nicht immer, wie ich denke,
Und überspiele diesen Riss.
Denn Träume sind Naturgeschenke.