An den Tod

Du guter Tod, ich fürchte dich.
Nie bin ich dir direkt begegnet.
Ich glaube fast, dann hätte ich
Bereits das Zeitliche gesegnet.

Zwar sah ich schon so manche Leiche,
War auch beim Sterben mit dabei.
Jedoch, das ist nicht ganz das gleiche,
Wie meine eigne Sterberei.

Ein bisschen sterb ich jeden Tag,
Da geht ´s mir wie den allermeisten.
Doch weil ich noch gern leben mag:
Dein Kommen kann ich mir nicht leisten,

Denn dieses kostet mich das Leben,
Und das ist alles, was ich habe.
Ich will es dir nicht gerne geben,
Und fürchte mich vor meinem Grabe.

Ich sehe dir von weitem zu,
Und weiß, du kommst auch mal zu mir.
Doch lass mich heute noch in Ruh. –
Jetzt lebe wohl! – Ich glaub ich frier.